Gesamtinvestitionen von über 120 Millionen Euro in das Odenwaldnetz innerhalb von acht Jahren

(Frankfurt am Main, 16. Oktober 2008) Investitionen in das Schienennetz und die Bahnhöfe sind die Voraussetzungen für einen attraktiven Fahrplan und störungsarmen Betrieb auf der Odenwaldbahn. Seit dem Jahr 2000 wurden in zwei Baustufen über 120 Millionen Euro in die zusammen rund 120 Kilometer umfassenden drei Äste des Odenwaldnetzes von Darmstadt, Hanau und Eberbach zum gemeinsamen Kreuzungspunkt in Groß-Umstadt Wiebelsbach investiert.

Bahn modernisiert Infrastruktur in zwei Baustufen • Elektronische Stellwerkstechnik ermöglicht Verbesserungen im Fahrplanangebot

1. Bauabschnitt von 2000 bis 2006
Im 1. Bauabschnitt wurden auf rund 110 Kilometern Länge Schienen, Schwellen und Schotter erneuert. 24 Weichen wurden durch neue ersetzt. Der Neubau einer Überleitung von Darmstadt Nord zur Main-Neckar-Bahn ermöglicht eine direkte Verbindung vom Odenwald Richtung Frankfurt, ohne dass die Züge in den Hauptbahnhof Darmstadt einfahren und dort ihre Fahrtrichtung ändern müssen. Auch mehrere Eisenbahn- und Straßenbrücken über die Bahnlinie wurden erneuert.

Insgesamt wurden rund 62 Millionen Euro in diesem 1. Bauabschnitt zur Modernisierung des Odenwaldnetzes investiert.

2. Bauabschnitt von 2005 bis 2008
Im 2. Bauabschnitt, der schon parallel zum 1. Bauabschnitt begann, wurden bzw. werden 14 Bahnhöfe behindertengerecht umgebaut. Zwischen Darmstadt Ost und Mühltal entstand zusätzlich der neue Haltepunkt Darmstadt TU Lichtwiese. Bahnsteighöhen von 55 Zentimetern und Rampen zu den Bahnsteigen ermöglichen an allen umgebauten Stationen einen barrierefreien Ein- und Ausstieg.

Zentraler Baustein für die Modernisierung des Odenwaldnetzes ist aber das Elektronische Stellwerk (ESTW) in Groß-Umstadt Wiebelsbach. Von hier werden per Mausklick die Weichen und Signale auf dem gesamten Oden-waldnetz gesteuert. Das ESTW ersetzt 13 teilweise noch mechanische Stellwerke aus den Baujahren von 1909 bis 1979.

Außerdem wurden 56 Bahnübergänge erneuert bzw. an die elektronische Stellwerkstechnik angepasst. Ein- und Ausschaltkontakte im Gleis sorgen für ein automatisches Schließen und Öffnen der Schranken und damit kürzere Wartezeiten für die Autofahrer.

Bis zum Abschluss der Bauarbeiten werden rund 60 Millionen Euro in den 2. Bauabschnitt investiert.

Einrichtung der neuen Stellwerkstechnik erfolgt in drei Stufen
Die drei Äste des Odenwaldnetzes wurden nacheinander an das neue ESTW in Wiebelsbach angeschlossen. In den Herbstferien 2007 war als erstes der Westast zwischen Darmstadt Nord und Wiebelsbach an der Reihe. In den Osterferien folgte der Nordast zwischen Hanau und Wiebelsbach. Den Abschluss bildete der Südast zwischen Eberbach und Wiebelsbach in den Herbstferien 2008.

Die Bahn wählte für die Umschaltungsphasen gezielt Ferienzeiten, weil dann weniger Fahrgäste mit den Zügen der Odenwaldbahn unterwegs sind. Für die Umstellung der Signale und Weichenantriebe samt der gesamten Verkabelung musste der Bahnverkehr jeweils für einige Tage durch Busse ersetzt werden. Auch die Anpassungen an den Bahnübergängen erfolgten zum größten Teil in der zugfreien Zeit.

Vorteile der modernisierten Infrastruktur
Sowohl die Fahrgäste der Bahn als auch Straßenverkehrsteilnehmer profitieren von der Modernisierung der Eisenbahn-Infrastruktur:

  • Die moderne ESTW-Technik und die Erneuerung der Gleise ermöglichen einen störungsärmeren Bahnbetrieb.
  • Die Streckengeschwindigkeit wird von bisher maximal 90 km/h auf bis zu 120 km/h erhöht.
  • Der barrierefreie Neu- bzw. Umbau von 14 Stationen ermöglicht ein komfortableres Erreichen der Bahnsteige und einen stufenfreien Einstieg in die Züge.
  • Die Anpassungen an den Bahnübergängen verkürzen die Wartezeiten für die Straßenverkehrsteilnehmer an geschlossenen Schranken.

Die Modernisierungen der Infrastruktur schaffen die Voraussetzungen dafür, dass der Rhein-Main-Verkehrsverbund (RMV) das Fahrplanangebot auf der Odenwaldbahn weiter optimieren kann.