Vier Stationen an der Odenwaldbahn fertig gestellt

Mit der Fertigstellung vier weiterer Stationen entlang der Strecke der Odenwaldbahn hat die Modernisierung wieder eine wichtige Etappe erreicht. Durch den Ausbau in Ober-Ramstadt, Reinheim, Groß-Umstadt Wiebelsbach und Groß-Umstadt wurden die Stationen optisch und technisch verbessert.

Auf Einladung des RMV, der DB AG, der VIAS, der beteiligten Kommunen Reinheim, Ober-Ramstadt und Groß-Umstadt sowie der Nahverkehrsorganisation DADINA nahmen Vertreter verschiedener Gremien und Organisationen im Rahmen einer Sonderfahrt am Samstag (7.) die Stationen persönlich in Augenschein.

Sonderzug fährt zur Einweihung nach Ober-Ramstadt, Reinheim, Groß-Umstadt Wiebelsbach und Groß-Umstadt

Vierstündige Sonderfahrt bringt Gäste an die renovierten Stationen
An allen vier Halten gab es Grußworte und ein kurzweiliges Programm. So meinte Landrat Alfred Jakoubek: "Wer mit der Odenwaldbahn reist, betritt oder verlässt dank der neuen Stationen die Kommunen nicht länger durch den Hintereingang, sondern wird freundlich und zeitgemäß empfangen. Gemeinsam belegen Kreis, Städte und Gemeinden sowie die DB AG damit eindrucksvoll, dass sie nicht nur Mobilität gewährleisten, sondern einen regelrechten regionalen Entwicklungsimpuls auslösen".

Für RMV-Geschäftsführer Volker Sparmann gehört die gelungene Modernisierung der Stationen zum "wichtigen Dreiklang aus gutem Fahrtenangebot, komfortablen Fahrzeugen und einladenden Stationen: Das mehrjährige Modernisierungsprojekt Odenwaldbahn ist ein gutes Beispiel dafür, wie dieser Akkord immer besser klingt."

Für Iris Hannappel, Leiterin Bahnhofsmanagement Darmstadt der DB Station&Service AG, wurden mit der Modernisierung der Odenwaldbahn zwei wesentliche Kernpunkte erreicht: "Zum einen die Optimierung der betrieblichen Abläufe an der Strecke und zum anderen die zeitgemäße, moderne Gestaltung von Verkehrsstationen. Die Attraktivität der Odenwaldbahn wird somit für den Reisenden und Kunden in einem erheblichen Maß gesteigert", lautete Hannappels Gruß.

Erster Halt in Ober-Ramstadt
Insgesamt wurden in Ober-Ramstadt für den Neubau eines Mittelbahnsteiges einschließlich der Bahnsteigausstattung und einem höhengleichen Zugang zur behindertengerechte Erschließung des neuen Mittelbahnsteiges rund 800.000 Euro investiert. Weitere 200.000 Euro kosteten der Rückbau sowie der Neubau von Weichen durch die DB Netz AG.
Bürgermeister Werner Schuchmann betonte bei seiner Begrüßung im Bahnhof von Ober-Ramstadt, dass mit dem Neubau des neuen Mittelbahnsteiges und der Neugestaltung des Bahnhofsvorplatzes ein wichtiger städtebaulicher und fahrgastfreundlicher Abschnitt geschaffen worden sei. Schuchmann lobte in diesem Zusammenhang die gute Zusammenarbeit zwischen allen an den Um- und Ausbauarbeiten beteiligten Gremien, Firmen und der Stadt Ober-Ramstadt. Sehr erfreut zeigte sich der Bürgermeister auch über den in letzter Zeit zu verzeichnenden Fahrgastzuwachs.

Reinheim hat einen zweiten Bahnsteig bekommen
Die Maßnahmen in Reinheim umfassten die Erneuerung des Hausbahnsteiges an Gleis 1 und den Neubau eines Außenbahnsteiges an Gleis 2. Zusammen mit der Bahnsteigausstattung sowie der behindertengerechten Erschließung des neuen Außenbahnsteiges durch die Anbindung an den Bahnübergang wurden Mittel von insgesamt rund 900.000 Euro aufgewendet.
Der Reinheimer Bürgermeister Karl Hartmann erwähnte in seiner Begrüßung, die gesamte Veränderung des Bahnhofgeländes. Dazu gehören neue Bahnsteige, ein voll beschrankter verkehrssicherer neuer Bahnübergang und der moderne Verbrauchermarkt mit über 1600 Quadratmetern Verkaufsfläche. "Mit der Bahn verhandeln wir über Gelände zum Bau eines P+R Parkplatzes. Reinheim ist und bleibt die Verkehrsdrehscheibe im Gersprenztal", meinte Hartmann weiter.

Renovierungsarbeiten in Groß-Umstadt Wiebelsbach
Gegen 13.30 Uhr lief die Odenwaldbahn in Wiebelsbach ein, um dort knapp eine Stunde zu verweilen. Grund und Anlass für Bürgermeister Joachim Ruppert, die Jazz-Formation Autmundi Brass einzuladen und die Gäste mit einem Imbiss und Umtrunk willkommen zu heißen. Dafür standen der Ortsbeirat Wiebelsbach und örtliche Vereine gerade.
Mit rund 1,5 Millionen Euro schlägt die Renovierung der Anlage in Groß-Umstadt Wiebelsbach etwas höher zu Buche. Dafür wurde der Hausbahnsteig sowie die beiden Mittelbahnsteige einschließlich der dazugehörigen Bahnsteigausstattung erneuert und behindertengerecht angepasst.
Vorgesehen ist auch die Sanierung der denkmalgeschützten Bahnsteigdächer. "Die Bahnstrecke ist für uns", so der Verwaltungschef, "eine lebenswichtige Verkehrsachse, die nicht nur eine gute Verbindung zur Region herstellt, vielmehr geht es um schnellen Anschluss für Pendler und Reisende, für Unternehmen und Wochenendurlauber. Darüber hinaus schafft die spürbar aufgewertete Odenwaldbahn regionale Identität und wer wollte bezweifeln, dass angesichts horrender Ölpreise eine Fahrt mit der Bahn längst viel wirtschaftlicher ist als mit dem Auto", kommentierte Ruppert die aktuelle Lage.

Groß-Umstadt freut sich über zwei renovierte Stationen
Mit weiteren 1,15 Millionen Euro wurden die Modernisierungsarbeiten am Bahnhof Groß-Umstadt durchgeführt. Dazu zählen die Erneuerung des Hausbahnsteiges an Gleis 1 und der Neubau eines Außenbahnsteiges mit Bahnsteigausstattung an Gleis 2. Hierzu wurde eine Weiche zurück und an anderer Stelle neu gebaut. Beim anschließenden kurzen Halt in Groß-Umstadt gab es noch Gelegenheit, sich von den Umstädter Weinhoheiten ein Gläschen Wein einschenken zu lassen.

Baumaßnahmen an insgesamt 14 Stationen
Insgesamt wurden 14 Bahnsteige und 56 Bahnübergänge auf den beiden Strecken der Odenwaldbahn seit 2006 modernisiert. Alle Bahnsteige wurden auf die einheitliche Höhe von 55 Zentimeter zum barrierefreien Zugang zu den Fahrzeugen und einer Länge von 120 Metern für den Halt einer "Itino"- Dreifachtraktion ausgebaut. Zur neuen Bahnsteigausstattung gehören u. a. Wetterschutzhaus, Fahrkartenautomat, Vitrine, Bänke, ein Wegeleitsystem sowie Beleuchtung und Beschallung. Bereits länger fertig gestellt sind die Stationen Darmstadt Ost, Otzberg Lengfeld, Seligenstadt, Höchst, Höchst Mümling-Grumbach, Bad-König, Bad König Zell und Erbach. In Kürze folgen noch die Stationen Hainstadt Hainburg und Michelstadt. Die Stationen Mühltal, Klein-Umstadt, Zellhausen und Langstadt stehen im Jahr 2009 zur Modernisierung an. Etwas länger wird es noch für Babenhausen und die neue Station Groß-Umstadt Nord dauern.
Zusammen mit der neuen Zentrale für das Elektronische Stellwerk in Groß-Umstadt Wiebelsbach werden dafür insgesamt vierundsechzig Millionen Euro investiert.

Verbesserter Fahrplan im Herbst
Abgerundet wird das Modernisierungsprojekt mit der kompletten Inbetriebnahme des elektronischen Stellwerks im Herbst dieses Jahres. Dann ist die Leit- und Sicherungstechnik erneuert und alle dreizehn mechanischen, elektromechanischen bzw. Drucktastenstellwerkanlagen der Baujahre 1909 bis 1979 werden ersetzt. Die einhundert Streckenkilometer sind dann mit Schienenflusskabel und moderner Telekommunikationstechnik ausgestattet. Mit der neuen Signaltechnik kann die Geschwindigkeit der Züge abschnittsweise von 90 auf 120 Kilometer pro Stunde erhöht werden. Ab Herbst gilt dann auch der neue Fahrplan, der weitere Verbesserungen, wie spätere Züge am Abend von Frankfurt und Darmstadt in den Odenwald vorsieht.

08.06.2008