"Die Daseinsfürsorge ÖPNV ist gefährdet."

(RMV) Appell des Aufsichtsratsvorsitzenden, Oberbürgermeister Peter Feldmann/ Aufsichtsrat kritisiert massiv Stillstand bei der Regionalfinanzierung / Einstieg in eine neue Tarifwelt ermöglichen.

Auf seiner gestrigen Sitzung in Frankfurt am Main hat der Aufsichtsrat des RMV scharf den Stillstand bei den Verhandlungen zwischen Bundestag und Bundesrat zu den Regionalisierungsmitteln kritisiert: "Dringend benötige Mehrleistungen", so der Aufsichtsratsvorsitzende des RMV, der Frankfurter Oberbürgermeister Peter Feldmann, "können beim RMV nicht bestellt werden, weil die Finanzierung des ÖPNV zu einem politischen Spielball der Bundesregierung verkommen ist." Mit 715 Millionen Fahrgästen 2015 ist der RMV im 20sten Jahr seines Bestehens einer der erfolgreichsten Verkehrsverbünde in Deutschland. Im laufenden Jahr war es zudem gelungen, bei entscheidenden Großprojekten der Infrastruktur wie der S-Bahn-Station Gateway Gardens, der Elektrifizierung der Taunusbahn oder der Regionaltangente West Fortschritte zu erzielen. Durch die unsichere Finanzierung mit den Regionalisierungsmitteln ist die Ausschöpfung dieses Fahrgastpotenziales bedroht.

Feldmann weiter: "Nun ist Berlin am Zug. Ohne eine transparente und gerechte Einigung bei der Regionalverkehrsfinanzierung kein angemessener Nahverkehr in Frankfurt. Wir müssen weiter Druck machen", so Feldmann.

"Einstieg in den Nachbarschaftstarif ermöglichen"

Erfreut äußerte sich der Aufsichtsratsvorsitzende über den Beschluss des Aufsichtsrats, den nächsten Schritt bei der Weiterentwicklung des Tarifsystems zu beschreiten. "Ziel ist es", so der Aufsichtsratsvorsitzende, "dass jede Kundin und jeder Kunde nur noch das bezahlt, was er tatsächlich gefahren hat. Das wird ein echter Nachbarschaftstarif", sagte der Aufsichtsratsvorsitzende, "spannend vor allem für die Bewohner benachbarter Städte wie Frankfurt und Offenbach oder benachbarter Kreise und Gemeinden wie Nieder- und Ober-Eschbach. Schon im Frühjahr 2016 plant der RMV ein Pilotprojekt mit einem entfernungsbasierten Tarifangebot auf dem Smartphone. "Schritt für Schritt", so der Aufsichtsratsvorsitzende, "werden wir das Tarifsystem reformieren. So legen wir die Grundlagen für die Mobilität der Zukunft."