Infos zur Bahnstrecke Darmstadt - Pfungstadt

Am 11. Dezember 2011, wenn europaweit der Fahrplanwechsel stattfindet, endet der 56-jährige Dornröschenschlaf auf der Bahnstrecke zwischen Darmstadt Hauptbahnhof und Pfungstadt. Dann nämlich startet der reguläre Bahnbetrieb auf der reaktivierten Strecke, die die Bahnhöfe Darmstadt, Darmstadt-Süd, Darmstadt-Eberstadt und Pfungstadt in zwölf Minuten verbindet.

Alles läuft planmäßig bei der Wiederinbetriebnahme

Am 11. Dezember 2011, wenn europaweit der Fahrplanwechsel stattfindet, endet der 56-jährige Dornröschenschlaf auf der Bahnstrecke zwischen Darmstadt Hauptbahnhof und Pfungstadt. Dann nämlich startet der reguläre Bahnbetrieb auf der reaktivierten Strecke, die die Bahnhöfe Darmstadt, Darmstadt-Süd, Darmstadt-Eberstadt und Pfungstadt in zwölf Minuten verbindet.

DADINA und Gäste testen die neue Bahnstrecke 66

Zurzeit laufen die Testfahtren der Betreiberfirma VIAS, die ihr Personal auf der neuen Bahnstrecke schulen muss. Bei einer dieser Probefahrten, konnten am Donnerstagvormittag (1.12.) auf Einladung der Darmstadt-Dieburger Nahverkehrsorganisation die Presse, die DADINA-Vorstandsvorsitzenden, Vertreter der Stadt Pfungstadt und der DB AG das neue Fahrgefühl erstmals selbst erleben. An der rund einstündigen Exkursion nahmen der DADINA-Vorstands- vorsitzende Kreisbeigeordneter Christel Fleischmann und seine Stellvertreterin Stadträtin Brigitte Lindscheid, Bürgermeister Horst Baier von der Stadt Pfungstadt und die DB AG teil.

Die Wiederinbetriebnahme der Bahnstrecke zwischen Pfungstadt und Darmstadt ist die erste Reaktivierung einer Bahnstrecke im Gebiet der DADINA. „In den vergangenen Jahrzehnten wurde stets von der Stilllegung von Strecken berichtet. Es macht uns deshalb stolz, diesem Trend entgegenzuwirken. Wir freuen uns mit allen Beteiligten über die planmäßige Eröffnung der Bahnstrecke“, äußerte Fleischmann weiter. Die Stadt Darmstadt und der Landkreis Darmstadt-Dieburg teilen sich die Kosten je zur Hälfte und zahlen ab 2012 jährlich 225.000 Euro an Betriebskosten, damit Pfungstadt, eine der größten Städte des Kreises besser mit öffentlichen Verkehrsmitteln angebunden ist. Fleischmann, der gemeinsam mit Stadträtin Lindscheid die Region im Aufsichtsrat des Rhein-Main-Verkehrsverbundes (RMV) vertritt, würdigte dessen Engagement: So finanziert der RMV den jährlichen Betrieb mit anteiligen Kosten in Höhe von 450.000 Euro. Darüber hinaus beteiligte sich der RMV bei den Planungskosten und war „einer der Antriebsmotoren für dieses Projekt“, so Fleischmann.

Ein gutes Gesamtpaket für die Fahrgäste geschnürt

Darüber hinaus haben DADINA und Stadt Pfungstadt gemeinsam mit den Verkehrsunternehmen noch mehr getan. Das gesamte Busverkehrsangebot wurde auf die Ankunft und Abfahrt der Züge angepasst. Die Wartezeit beträgt weniger als zehn Minuten. So wurden die neue Linie K 60 eingerichtet, die Gernsheim und Pfungstadt verbindet. Die Linie PE fährt zukünftig von Eberstadt über Pfungstadt nach Eschollbrücken. Die Linie PS wird eingestellt. Bereits durch die Modernisierung der Odenwaldbahn zeigte die DADINA zusammen mit den Partnern, dass der regionale Schienenverkehr hohe Priorität genießt. Nach Aussage von Fleischmann ist die Odenwaldbahn allein bereits ein Erfolgsmodell, mit der Erweiterung bis nach Pfungstadt wird ein gelungener Abschluss erreicht.

Stadt Darmstadt setzt auf guten Zuspruch der Fahrgäste

Stadträtin Lindscheid erinnerte an die Beteiligung der Wissenschaftsstadt Darmstadt an den Betriebskosten. „Dies ist in Zeiten knapper Finanzen als starke Aussage der Stadt zu Gunsten des schienengebundenen Nahverkehrs zu werten“, meinte sie während der Testfahrt und appellierte an die potenziellen Nutzerinnen und Nutzer, die jetzt „am Zug“ seien, das neue Angebot auch zu nutzen. Die neue Bahnlinie soll ihre positiven Wirkungen natürlich in beide Richtungen entfalten. So erreichen die Züge aus Pfungstadt am Darmstädter Hauptbahnhof zum Beispiel innerhalb von rund zwanzig Minuten alle Anschlüsse Richtung Aschaffenburg, Frankfurt und Wiesbaden/Mainz. Außerdem erwähnte Lindscheid die Anschlüsse zu den städtischen Bus- und Straßenbahnlinien, so dass gute Verbindungen in die Darmstädter Innenstadt und in die Stadtteile bestehen.

Neues AST in Pfungstadt

Die Stadt Pfungstadt trägt für den Bau des Bahnhofes in Pfungstadt rund 1,9 Millionen Euro Investitionskosten, wie Bürgermeister Horst Baier mitteilte. Das Land Hessen beteiligt sich an der Finanzierung der Investition mit erheblichen Fördermitteln aus dem Gemeindefinanzierungsgesetzt (GVFG). Darüber hinaus hat man sich dafür eingesetzt, dass die optimalen Verbindungen nicht am Bahnhof enden. Ein abgestimmtes Buskonzept ermöglicht die gute Weiterfahrt innerhalb Pfungstadts und seiner Stadtteile. Mehr noch, mit dem Anrufsammeltaxi (AST) bietet die Stadt Pfungstadt ein weiteres öffentliches Verkehrsmittel innerhalb ihres Stadtgebietes an. Auf Anforderung fahren zur Minute 10 und 40 Anrufsammeltaxis von den 74 eingerichteten AST-Haltestellen zu Zielen innerhalb des Stadtgebietes. Fahrten sind montags bis donnerstags von 5 bis 1 Uhr, freitags und samstags bis 3 Uhr sowie sonn- und feiertags zwischen 9 und 1 Uhr möglich.

DB hat in die Strecke viel investiert

Mit einer Gesamtinvestition in Höhe von 4,15 Millionen Euro hat die Deutsche Bahn AG in einer Bauzeit von rund elf Monaten die vorhandene 1,8 Kilometer lange Strecke nach Pfungstadt ausgebaut.

Dabei wurden u.a. der Oberbau samt Schwellen und Schotter erneuert und zwei nicht technisch gesicherte Bahnübergängen auf der freien Strecke ertüchtigt, damit Personenzüge ab dem Fahrplanwechsel mit einer zulässigen Geschwindigkeit von maximal sechzig Stundenkilometer die Wissenschaftsstadt und die Brauereistadt miteinander verbinden können. Darüber hinaus wurde die vorhandene Brücke bei Bahnkilometer 1,16 ausgebaut und nach ihrer Generalüberholung im Instandsetzungswerk der DB in Konz wieder eingebaut.

Des Weiteren war es notwendig, kurz vor der Station Pfungstadt den Bahnübergang Eberstädter Straße neu zu bauen und mit Halb- und Fußwegschranken auszurüsten. Eine Besonderheit des technisch gesicherten Bahnübergangs ist die Kopplung mit einer Lichtzeichenanlage für den übrigen Straßenverkehr (BÜSTRA). Für die Stromversorgung dieses Bahnübergangs und der signaltechnischen Sicherung der Strecke wurden rund drei Kilometer Kabeltrassen gelegt. Den zuverlässigen Betrieb der neuen Pfungstadtbahn sichert eine Unterzentrale des elektronischen Stellwerks in Darmstadt-Eberstadt. Dort wurde auch eine neue Weichenheizung installiert.

Nutzer von Elektrofahrzeugen können an einer neuen E-Tankstelle in Pfungstadt kostenlos Ökostrom tanken. Möglich macht das der Energiedienstleister ENTEGA, der den Ökostrom an zwei Zapfsäulen zur Verfügung stellt. Die E-Tankstelle befindet sich am neuen Bahnhof in Pfungstadt und ist ab sofort in Betrieb. ENTEGA liefert den Ökostrom zunächst drei Jahre lang.

Verkehrsmittel kombinieren einfach gemacht Die E-Tankstelle ist ideal für Pendler, die mit dem E-Fahrzeug zum Bahnhof fahren. Sie können, bevor sie in den Zug umsteigen, ihr Fahrzeug an einer Tanksäule anschließen, die Batterien laden und nach der Arbeit mit neuer Energie nach Hause fahren. Ein Ladevorgang dauert zwischen vier und sechs Stunden.

Code-Karte für Nutzer notwendigNutzer der E-Tankstelle benötigen aus organisatorischen Gründen eine Code-Karte. Die Code-Karte ist für einen einmaligen Betrag von 30 Euro erhältlich im Bürgerbüro in Pfungstadt, Borngasse 17, oder bei ENTEGA in Darmstadt, Empfang in der Alsfelder Straße 3.

Bildunterschrift:
Gerüstet für die Mobilität der Zukunft: E-Fahrzeug an der neuen E-Tankstelle am Pfungstädter Bahnhof


Bildtext Titelseite: Am Donnerstag (1.) trafen sich Vertreter der DADINA, der Stadt Pfungstadt und der DB AG, um bei einer Betriebsfahrt auf der neuen Bahnstrecke zwischen Darmstadt und Pfungstadt teilzunehmen. Zurzeit wird das Personal der Betreibergesellschaft VIAS geschult und dies nahm man zum Anlass zusammen mit Pressevertretern die Strecke selbst zu „erfahren“.