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Fahrgastbeiräte fordern: Verkehrswende

(Fahrgastbeiräte.de) Seit fünf Jahren treffen sich Fahrgastbeiräte aus ganz Deutschland zu einer jährlichen Tagung und diskutieren die Belange des öffentlichen Nahverkehrs. Als Ergebnis wurden dabei Forderungen für die Tarifgestaltung aufgestellt:

Die Fahrgastbeiräte fordern möglichst einfache und klar verständliche Tarifsysteme und bundeseinheitliche Beförderungsbedingungen und Definitionen. Auch wollen sie eine Abkehr von direkt entfernungs- bzw. streckenabhängigen Tarifen. Langfristig setzen sich die Fahrgastbeiräte für eine solidarische Finanzierung des Nahverkehrs ein. 

 Die Beiräte sind sich bewusst, dass das derzeitige Angebot dazu erst einmal massiv ausgebaut werden muss, um die prognostizierten Zuwächse bis zu einer Verdoppelung des derzeitigen Fahrgastaufkommens überhaupt verkraften zu können. Nichtsdestotrotz ist diese Zunahme erwünscht und erforderlich, um den Verkehrskollaps insbesondere in den Ballungsräumen zu vermeiden. Deshalb können Angebote wie Bürgertickets oder 365-Euro-Tickets gute Zwischenschritte auf dem Weg zum Ziel sein. Die Investitionen in die Erweiterung des Nahverkehrsangebots müssen aber jetzt beginnen.

Der Nahverkehr in Deutschland gleicht derzeit einem Flickenteppich an unterschiedlichen Tarifen, Beförderungsbedingungen und auch Definitionen.

Während in Berlin z.B. Tagestickets bis 3 Uhr des Folgetages gelten, darf man in Dresden bis 4 Uhr und in Frankfurt am Main sogar bis 5 Uhr unterwegs sein. In Köln dürfen Kinder unter 7 Jahren unentgeltlich fahren, wenn sie noch keine Schule besuchen, in München werden Kinder unter 6 kostenfrei befördert und in Berlin fahren sogar alle Schüler seit diesem Jahr kostenfrei, sofern sie einen Schülerausweis besitzen und sich mit diesem eine sogenannte fahrcard besorgt haben. Diverse Urlaubsregionen bieten die Benutzung einzelner ausgewählter Linien mit der Gästekarte an, andernorts sorgen komplizierte Zonen- oder Wabentarifsysteme für maximale Fahrgastabschreckung.

„Die derzeitigen Strukturen stellen eine erhebliche Hürde bei der Nutzung der öffentlichen Verkehrsmittel dar, vor allem für Wenignutzer und Ortsfremde. Nicht jeder ist in der Lage, vor dem Besuch einer anderen Region erst einmal eine umfassende Tarifrecherche zu starten und fährt deshalb lieber gleich mit dem eigenen Pkw. Die Verkehrsregeln für den Autofahrer sind nämlich überall gleich“, prangert Fahrgastbeirat Harald Wagner aus Frankfurt am Main das Dickicht aus verschiedenen Beförderungsbedingungen und Tarifstrukturen in Deutschland an.

Vorherrschend in Deutschland sind immer noch die verschiedensten Varianten von entfernungsabhängigen Zonen- oder Wabentarifmodellen, bei denen schon die Tarifgrenzen genaueste Ortskenntnis voraussetzen und es für die gleiche Start-Ziel-Kombination durchaus unterschiedliche Preise geben kann.

„Das Vergnügen des Fahrgastes liegt nicht in der möglichst langen Nutzung des Nahverkehrs, sondern im schnellen Erreichen seines Ziels“, bringt Kundenbeirat Harald Voß aus Berlin seine Ablehnung eines streckenabhängigen Tarifs, bei dem die längere Umwegfahrt teurer ist als die Direktverbindung, auf den Punkt. „Wir sollten aufhören, den Nahverkehr in erster Linie als Transportdienstleister, sondern als Teil der Daseinsvorsorge für lebenswertes Städte und Regionen zu sehen“, begründet Voß seine Unterstützung für eine solidarische Finanzierung des Nahverkehrs. „Dann brauchen wir auch keine Fahrverbote“, ist Voß überzeugt. Es würden dann viele freiwillig auf das Auto verzichten oder die Nutzung reduzieren, wenn es ein attraktiveres und unkompliziert zu nutzendes Angebot durch den öffentlichen Personennahverkehr gäbe.

 

Pressekontakt

·      Harald Voß, stv. Sprecher des Kundenbeirats der S-Bahn Berlin GmbH: 030 40207540, kundenbeirat(at)haraldvoss.de

·      Harald Wagner, Sprecher des Fahrgastbeirates Frankfurt am Main: über die Geschäftsstelle Fahrgastbeirat bei traffiQ, 069 212 26893, fahrgastbeirat(at)traffiQ.de

 Mehr über das bundesweite Netzwerk der Fahrgastbeiräte

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